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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Wie Bauakten gerettet werden

Sie sind eine nicht hoch genug zu schätzende Quelle für die Bau-, Wirtschafts-, Sozial-, Rechts- Besitz- oder ­Ver­kehrs­ge­schichte: die seit den 1860er Jahren in Karls­ru­he voll­stän­dig erhaltenen Bauakten. Sie bergen Schätze wie die künst­le­risch gezeich­ne­ten, farbigen Ansichten der Waffen- und Mu­ni­ti­ons­fa­brik (heute ZKM) des Archi­tek­ten Philipp Jakob Manz oder Hermann Billings Ansichten seines

Jugend­stil­ge­samt­kunst­werks, der Baisch­straße. Seit 1990 ­ver­ein­zelt und seit 2015 in einem umfas­sen­den, bis 2024 an­ge­leg­ten und rund 400 000 Euro teuren Projekt restau­riert nun das Stadt­ar­chiv über 16 500 Akten samt 7 000 Plänen mit Un­ter­stüt­zung von Bund und Förder­ver­ein. Und schafft siche­re Auf­be­wah­rungs­be­din­gun­gen. All das wird bis 30 September auch ­ge­zeigt: mit der Schau "Bauen und Bauten auf Papier - die his­to­ri­schen Bauakten und ihre Rettung vor dem Zerfall" im Ar­chi­tek­tur­schau­fens­ter, Waldstraße 8. Ihr erster Bereich gilt dem Inhalt mit Hausge­schich­ten wie der Durla­cher ­Mar­ga­ri­ne­fa­brik, der Notkirche in der Weststadt oder einer Reit­halle. Teil zwei ist dem oft schlechten Erhal­tungs­zu­stan­d und damit der Dring­lich­keit des Projekts gewidmet. Und drittens ­geht es um die Arbeits­gänge zur Restau­rie­rung und Konser­vie­rung. Zu sehen sind etwa dafür verwen­de­tes hochwer­ti­ges, extrem leich­tes und langfa­se­ri­ges Japan­pa­pier, Latex-Schwämme und -Handschuhe zur Reinigung, Siebgewebe zum Wässern der Pläne, Klebe­ma­te­ria­lien oder Ziegen­haar­pin­sel. Zur Unter­stüt­zung des Pro­jekts werden Paten gesucht, geöffnet ist eintritts­frei Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 sowie 14 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie am 17. September von 12 bis 16 Uhr. -cal-

Badische Neueste Nachrich­ten | DER KURIER - Karlsruhe | Stadt­Kul­tur | 16.09.2016

 

AM AKTENSTECHER: (v.l.) Kurator Dr. Patrick Sturm, Kulturchefin Dr. Susanne Asche, Archivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche, Eric Wychlaszc.

AM AKTENSTECHER: (v.l.) Kurator Dr. Patrick Sturm, Kulturchefin Dr. Susanne Asche, Archivleiter Dr. Ernst Otto Bräunche, Eric Wychlaszc.