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Karlsruhe: Stadtgeschichte

Ludwig Marum. Das letzte Jahr in Briefen

Ludwig Marum


Ludwig Marum. Das letzte Jahr in Briefen,

hrsg. von den Stadt­ar­chi­ven Karlsruhe und Mannheim, Von Loeper ­Li­te­ra­tur­ver­lag, Karlsruhe 2016, 262 Seiten mit 31 Abbil­dun­gen, ISBN 978-3-86059-374-5 (Soft­co­ver) EUR 19,90, ISBN 978-3-86059-375-2 (Hard­co­ver) EUR 29,90

 

Der Brief­wech­sel zwischen Ludwig Marum und Johanna Marum (7. März 1933 - 14. Mai 1933)

Ludwig Marums Briefe aus dem Konzen­tra­ti­ons­la­ger Kislau (16. Mai 1933 - 7. März 1934)

Am 10. März 1933 wurde Ludwig Marum, Sozial­de­mo­krat jüdischer Her­kunft, von Hilfs­po­li­zis­ten der SA in seiner Wohnung in Karls­ruhe verhaftet. Der Reichs­tags­ab­ge­ord­nete und frühe­re ­ba­di­sche Staatsrat gehörte zu den bedeu­tends­ten SPD-Politi­kern ­der Weimarer Republik und war als erklärter Gegner der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten schon frühzeitig in deren Visier geraten. Marum wurde mehrere Wochen im Karlsruher Gefängnis inhaf­tier­t und am 16. Mai 1933 in einer demüti­gen­den öffent­li­chen Schau­fahrt zusammen mit anderen führenden Sozial­de­mo­kra­ten in das Konzen­tra­ti­ons­la­ger Kislau gebracht, wo er am 29. März 1934 er­mor­det wurde.

Ludwig Marum hat während seiner Gefan­gen­schaft in der so ge­nann­ten Schutzhaft zahlreiche Briefe an seine Frau Johan­na ­ge­schrie­ben. Diese wurden unter dem Titel "Briefe aus dem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Kislau" 1984 erstmals publiziert und zeugten von der ungebro­che­nen Haltung des Anwalts und Politikers, aber auch von seiner zärtlichen Liebe zu seiner Frau und seinen drei Kin­dern Elisabeth, Hans und Brigitte.

Nicht bekannt sind jedoch die Briefe, die Johanna Marum von März bis Mai 1933 an ihren Mann geschrie­ben hat. Die vorlie­gen­de er­wei­terte Neuausgabe will zum einen die Briefe Ludwig Marums wie­der verfügbar machen (ergänzt um bisher unver­öf­fent­lich­te ­Briefe und Brief­pas­sa­gen), zum anderen den Fokus erweitern auf die Situation der Familie Marum, die nun auch aus der Per­spek­tive von Johanna Marum sichtbar wird. Durch diese neue E­di­tion, ausgewählt und bearbeitet von Ludwig Marums Enkelin An­drée Fischer-Marum, entsteht ein dichtes Bild: Es wird ­deut­lich, unter welchem existen­zi­el­len Druck die ganze Familie ­stand, wie eng die Beziehung zwischen Johanna Marum und Ludwig ­Ma­rum war, und wie sich beide immer wieder Mut zusprachen. In dem Moment, in dem ihr bisheriges Leben zusam­men­brach, bewähr­te ­sich die Liebe und die Partner­schaft von Johanna und Ludwig ­Ma­rum.