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Karlsruhe: Stadt und Verwaltung

Blauzungenkrankheit

Als Folge der Ausbrüche der Blauzun­gen­krank­heit in den ver­gan­ge­nen Wochen in einigen Bundes­län­dern wurde das gesam­te ­Lan­des­ge­biet von Baden-Württem­berg, Rheinland-Pfalz, des Saar­lan­des sowie Landes­teile von Hessen und Nordrhein-Westfa­len ­zum Sperr­ge­biet erklärt. Tierhalter, die empfäng­li­che Tierar­ten aus ihrem Betrieb verbringen wollen, sollten sich zuvor­ ­in­for­mie­ren, ob der Bestim­mungs­be­trieb innerhalb oder außer­halb ei­nes Sperr­ge­bie­tes liegt. Im Einzelnen ist für das Verbrin­gen von Rindern, Schafen, Ziegen und empfäng­li­chen "Gatter­wild­ar­ten" ­Fol­gen­des zu beachten:

a) Regelungen für das Verbringen innerhalb des Sperr­ge­bie­tes

Der Tierhalter muss erklären, dass die Tiere (Rinder, Schafe, Ziegen, "Gatter­wild"), die aus seinem Betrieb in einen anderen ­Be­trieb innerhalb des Sperr­ge­bie­tes verbracht werden sollen, frei von Anzeichen der Blauzun­gen­krank­heit sind (Tier­hal­ter­er­klä­rung). Diese Erklärung gilt auch für das Ver­brin­gen in einen Schlacht­be­trieb. Die Tierhal­ter­er­klä­rung ist dem Verant­wort­li­chen am Bestim­mungs­be­trieb zu übergeben.

b) Regelungen für das Verbringen aus dem Sperr­ge­biet in freie ­Ge­biete

Zu verbrin­gende Tiere

Verbrin­gung möglich, wenn folgende Bedin­gun­gen erfüll­t ­sind:

Geimpfte Tiere
ab einem Alter von
drei Monaten
  • Grun­dim­mu­ni­sie­rung gegen die Blauzun­gen­krank­heit (BTV-8) nach ­An­ga­ben des Impfstoff­her­stel­lers, mit Eintragung der Impfung in der Datenbank HIT.
  • Wieder­ho­lungs­imp­fun­gen gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT wurden je­weils innerhalb von einem Jahr durch­ge­führt (eine verzögerte Nachimp­fung, z. B. wegen Nicht-Verfüg­bar­keit ­des Impfstof­fes, wird bis zu einem Zeitraum von maximal drei ­Mo­na­ten Verzö­ge­rung toleriert)
  • Einhal­tung von mindestens 60 Tagen Wartezeit nach Abschluss der Grun­dim­mu­ni­sie­rung vor dem Verbringen.
  • Bei Schafen und Ziegen: der Tierhalter hat bei diesen Tierarten die Impfung mittels Tier­hal­ter­er­klä­rung zu bestätigen (Tier­hal­ter­er­klä­rung zum in­ner­staat­li­chen Verbringen von Schafen und Ziegen).
Geimpfte Tiere
ab einem Alter von
drei Monaten
  • Grun­dim­mu­ni­sie­rung nach Angaben des Impfstoff­her­stel­lers gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT.
  • Nach 35 Tagen Wartezeit nach Abschluss der Grundim­mu­ni­sie­rung ­ne­ga­tive virolo­gi­sche Unter­su­chung der zu verbrin­gen­den Tiere (aus EDTA-Blut).

Kälber bis zum Alter von
drei Monaten (90 Tage)
von geimpften Kühen, mit Biest­milch­ver­ab­rei­chung

  • Grun­dim­mu­ni­sie­rung der Mutterkuh nach Angaben des Impf­stoff­her­stel­lers gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT, wobei ­diese vier Wochen vor dem Abkalben abgeschlos­sen sein muss.
  • Wieder­ho­lungs­imp­fun­gen gegen BTV-8, mit Eintragung der Impfun­gen in HIT, wurden jeweils innerhalb von einem Jahr ­durch­ge­führt (eine verzögerte Nachimp­fung, z. B. wegen Nicht-Verfüg­bar­keit ­des Impfstof­fes, wird bis zu einem Zeitraum von maximal drei ­Mo­na­ten Verzö­ge­rung toleriert).
  • Das Kalb muss innerhalb der ersten Lebens­stun­den Kolos­tral­milch ­der Mutter erhalten und Bestä­ti­gung dieser Voraus­set­zun­gen durch den Tierhalter mittels entspre­chen­der Tierhal­ter­er­klä­rung für Kälber.

Zucht- / Nutztiere
ohne gültigen Impfschutz

a) Regelung bis zum 17.05.2019

  • negative virolo­gi­sche Unter­su­chung auf BTV-8 (aus EDTA-Blut) in­ner­halb von sieben Tagen vor dem Verbringen; Eintragung des ne­ga­ti­ven Unter­su­chungs­er­geb­nis­ses in HIT durch das Un­ter­su­chungs­amt.
  • Behand­lung mit einem Insektizid (Repel­lent), gemäß Her­stel­ler­an­ga­ben, zum Zeitpunkt der Unter­su­chung, so dass die Tiere bis zur Ankunft beim Empfänger geschützt sind.
  • hand­schrift­li­che Bestä­ti­gung des Tierhal­ters auf dem Un­ter­su­chungs­an­trag, dass eine Repel­lent­be­hand­lung durch­ge­führ­t wird.

b) Regelung ab dem 18.05.2019

  • Behand­lung mit einem Insektizid, so dass die Tiere während der Be­för­de­rung vor Insekten geschützt sind).
  • zwei­ma­lige bluts­e­ro­lo­gi­sche Unter­su­chung mit jeweils positi­vem Nach­weis von Antikör­pern gegen BTV-8 (die Probenahme für die erste Unter­su­chung hat zwischen 60 und 360 Tagen vor dem Ver­brin­gen zu erfolgen, die Probenahme für die zweite Un­ter­su­chung darf frühestens sieben Tage vor dem Verbrin­gen vor­ge­nom­men werden) oder
  • eine bluts­e­ro­lo­gi­sche Unter­su­chung mit positi­vem An­ti­kör­per­er­geb­nis (Proben­ent­nahme hierfür mindestens 30 Tage vor dem Verbrin­gen) und eine virolo­gi­sche Unter­su­chung (PCR aus EDTA-Blut) mit negativem Ergebnis (Probe­nahme für die vi­ro­lo­gi­sche Unter­su­chung: frühestens sieben Tage vor dem Ver­brin­gen).
Schlacht­tiere
ohne gültigen Impfschutz
  • Tiere werden ausschließ­lich zum Schlachten verbracht.
  • Bestä­ti­gung des Freiseins von Anzeichen der Blauzun­gen­krank­heit ­durch den Tierhalter mittels Tierhal­ter­er­klä­rung für Schlacht­tiere, die dem amtlichen Tierarzt am Schlacht­hof zu über­ge­ben ist.

c) Regelungen für das Verbringen nach ­Frank­reich
Es gelten dieselben Bestim­mun­gen wie für das Verbrin­gen in­ner­halb des Sperr­ge­bie­tes in Deutsch­land. Allerdings ist hier­für eine amtstier­ärzt­li­che Beschei­ni­gung (TRA­CES-Beschei­ni­gung) erfor­der­lich.


BTV-8-Geschehen (PDF, 317 KB)

Rege­lun­gen für das inner­staat­li­che Verbringen (Stand: 20.05.2019)

BTV-8-Geschehen (PDF, 226 KB)

BTV-Ausbruchs­be­triebe - Verbringen empfäng­li­cher Tiere (Stand: 13.02.2019)


Formulare

Tierhaltererklärung (PDF, 269 KB)

als Voraus­set­zung zum Verbringen von Zucht-/Nutz­tie­ren / Schlacht­tie­ren

innerhalb des Sperr­ge­biets

Tierhaltererklärung (PDF, 275 KB)

als Voraus­set­zung zum inner­staat­li­chen Verbringen von Schlacht­tie­ren (Rindern, Schafen und/oder Ziegen) aus dem ge­maß­re­gel­ten Gebiet in freie Gebiete

Tierhaltererklärung (Schafe / Ziegen) (PDF, 347 KB)

zum inner­staat­li­chen Verbringen von Schafen und Ziegen

Tierhaltererklärung (Schafe / Ziegen) (PDF, 153 KB)

zum inner­staat­li­chen Verbringen ungeimpf­ter Schafen/­Zie­gen aus ge­maß­re­gel­ten Gebieten in freie Gebiete

Tierhaltererklärung (Kälber) (PDF, 43 KB)

zum inner­staat­li­chen Verbringen von Kälbern in einem Alter von bis zu 90 Tagen aus einem Restrik­ti­ons­ge­biet in ein freies ­Ge­biet

(Grun­dim­mu­ni­sie­rung des Mutter­tie­res während der Träch­tig­keit)

Tierhaltererklärung (Kälber) (PDF, 43 KB)

zum inner­staat­li­chen Verbringen von Kälbern in einem Alter von bis zu 90 Tagen aus einem Restrik­ti­ons­ge­biet in ein freies Gebiet

(Abschluss der Grundim­mu­ni­sie­rung des Mutter­tie­res vor Be­le­gung)


Weitere Informationen

MLR: Keine Gebühren für Laboruntersuchung auf Blauzungenkrankheit beim Verbringen geimpfter Tiere und von Kälbern geimpfter Kühe aus Baden-Württemberg